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Igelhaus selber bauen

Glücklich, wer über den Winter ein warmes und trockenes Dach über dem Kopf hat. Und auch einen reich gedeckten Futtertisch, um sich noch schnell ein paar Gramm Winterspeck auf die Igelhüften zu schaffen! Unser Igelhaus aus unbehandeltem Fichtenholz ist besonders für junge, unterernährte Findelkinder sinnvoll, die bei richtiger Ernährung noch gut zehn Gramm Körpergewicht am Tag zunehmen können.

Igel im Igelhaus überwintern
Im flachen, glasierten Untersetzer für Blumentöpfe füttert man mit 3 EL Trockenfutter oder mischt 2 EL Futter mit 30 Gramm Dosen-Katzenfutter pro Tag. Igel-Trockenfutter besteht aus getrockneten Weich- und Krebstieren, Fleisch, Insekten, Gemüse, Früchten und Lebertran. Auch Vitamine und Mineralstoffe werden zugegeben. Es ist lange haltbar und portionierbar.

Täglich frisches Wasser kommt daneben. Spülen Sie die Schalen vor jedem Füllen mit heißem Wasser sauber. Im nebenliegenden Schlafgemach bauen sich die Igel gern ihr kugeliges Schlafnest. Dafür eignet sich in Stücke gerissenes, zerknülltes Zeitungspapier am besten. Im Gegensatz zu feinem Heu für Kleintiere zieht es über den Winter kaum Feuchtigkeit und bildet so keinen Schimmel.

Die jungen Igel gehen im Laufe des Novembers in den Winterschlaf. Den richtigen Termin merkt man, wenn das Futter im Laufe einer Woche nicht mehr aufgebraucht wird. Wichtig: In dieser Zeit sollte niemand in das Schlafgemach oder gar das Zeitungsnest schauen – es würde den Igel nur bei seiner Vorbereitung auf die Ruhezeit stören. Hier erfahren Sie mehr über die richtige Pflege und Haltung von Igeln im Winter.

Das Igelhaus im Frühjahr: Nach dem Winterschlaf
Ab Mitte April bis Anfang Mai erwachen die Tiere wieder aus dem Tiefschlaf. Auch jetzt kommt unsere Heimstatt zum Einsatz, denn in den meisten Gärten gibt es im Frühjahr nur wenig zu fressen. Leider starten immer noch viele Gartenbesitzer bei den ersten Sonnenstrahlen im April den großen Frühjahrsputz: Beete, Rabatten und sogar Gehölzstreifen werden penibel von Laub und Pflanzenresten befreit.

Übrig bleibt geharkter, kahler Boden. Hier gibt es dann für die Igel nichts mehr zu holen. Insekten und Regenwürmer? Fehlanzeige! Je mehr Laub also im Garten liegen bleibt, desto reicher ist für die Tiere der Tisch gedeckt. Spinnen, Käfer und Schnecken werden bevorzugt. Je naturnäher also ein Garten gestaltet ist, desto leichter fällt die Nahrungssuche.

Das Igelhaus als Nest
Oft baut eine Igelmutter ab Juli ein Nest und zieht ihre Jungen groß. Schön, wenn sie dafür ab Ende Mai frisches Bettzeug kriegt – bis dahin sollte das alte Winternest durch neue Zeitung ersetzt sein. Noch bis Oktober schlafen hier die Jungigel auch ohne die Mutter, bis sie sich im Garten unter großen Laub- und Reisighaufen ihr eigenes Winterquartier bauen. Oder eines der Jungen bleibt gleich im Haus – die Tiere sind ja Einzelgänger – und macht es sich hier für die kalten Monate wieder gemütlich.

Als Faustregel gilt: Lassen Sie überall, wo es nur geht, das Laub liegen. Denn nur wo organische Substanz auf der Erde liegt, finden die Igel genügend Insekten und Regenwürmer.

Besonders sinnvoll sind Laub- und Reisighaufen, die man in einer schattigen Gartenecke, unter Sträuchern oder Koniferen aufschüttet. Sie dienen als idealer Unterschlupf und Ausweichquartier fast über das ganze Jahr. Will man sie umsetzen, bietet sich der Juni an, damit man die Igel nicht stört.

Igelhaus selber bauen: Maße und Aufteilung

Zeichnung: Tillman Straszburger

Eingang (A): Ein schmaler Eingangsbereich hindert Katzen am Betreten. Auch Wanderratten haben keine Chance: Eine leichtgängige Klappe erweckt ihr Misstrauen und hält sie vom Futter fern.
Speisekammer (B): Im Speisesaal wird spezielles Trockenfutter für Igel gereicht wird. Da die Tiere vorne kauen und hinten verdauen, erleichtern einige Lagen geknicktes Zeitungspapier die Reinigung ganz wesentlich.
Schlafplatz (C): Durch einen kleinen Durchgang kommen die Igel ins Schlafgemach: Sie bauen sich gern ihr Nest aus zerknülltem Zeitungspapier.
Alle Maße in cm.

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